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| Studium oder Ausbildung? |
| Mittwoch, 20. August 2008 um 19:25 Uhr | |
Nach dem (Fach)Abitur stehen zahlreiche Schüler vor der Frage, ob sie eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren sollen. Beides bietet Vor- und Nachteile und muss individuell betrachtet werden. Eine Ausbildung hat den Vorteil, dass Praxis und Theorie zeitnah vermittelt werden und eine Vergütung gezahlt wird.
Oft bietet eine Ausbildung auch eine solide Grundlage für ein späteres Studium, da die Erfahrungen und praktischen Inhalte sich im Falle eines ähnlichen Studiengangs sehr gut ergänzen. So bietet eine Krankenpflegeausbildung eine gute Grundlage für ein späteres Medizinstudium oder eine Ausbildung zum Mechatroniker ist dienlich für das Maschinenbaustudium. Ein Vorteil hier kann auch sein, dass beispielsweise, Ausbildungszeiten dazu genutzt werden können vorgegebene Praktika für das Studium nicht zu absolvieren und somit Zeit zu sparen. Die Entscheidung Studium oder Ausbildung muss also nicht nach dem Entweder-Oder-Prinzip getätigt werden. Eine Ausbildung vor dem Studium, kann, wie oben beschrieben, durchaus sinnvoll sein. Es gibt auch besondere Formen, die Ausbildung und Studium integrieren. So kann auf einen Schlag eine Ausbildung und ein Studium absolviert werden. Diese Form ist jedoch äußerst begrenzt und verlangt viel von dem Auszubildenden. Eine full-time-sechs-Tage-Woche ist hier als Standard gesetzt. Ein positiver Aspekt ist jedoch, dass der Auszubildende bei dieser Form in den meisten Fällen mit über 800 Euro im Monat vergütet wird und keine Studiengebühren, wie an einer Hochschule, entrichten muss. Ein Nachteil ist, dass das "Studentenleben" zu kurz kommt. Erstsemesterpartys und Semesteranfangspartys werden in diesem Bereich nicht sehr gepflegt. Ein Beispiel für eine solche Ausbildung ist der Diplom-Betriebswirt, der bei einem Unternehmen in Kooperation mit einer Hochschule angeboten wird und noch eine kaufmännische Ausbildung umfasst. Diese Form wird auch in Zusammenarbeit mit Akademien angeboten, Die dualen Diplom-Studiengänge wurden von Bachelorstudiengängen abgelöst. Abiturienten, die ein bestimmtes Studienziel und auch Einblicke durch Praktika haben, können natürlich nach ihrem Abitur ein Studium beginnen, wenn sie die Voraussetzungen wie Vorpraktika, Auswahltests und Noten erfüllen. Sinnvoll ist aber für den Fall, dass keine Ausbildung angestrebt wird, das Sammeln von Erfahrungen durch das Freiwillige Soziale Jahr, den Zivildienst und weiterer Optionen. Diese Zeit birgt einen hohen Erfahrungswert und gibt dem potentiellen Studierenden noch mehr Zeit seine Interessen und Ziele zu durchdenken. Er hat auch die Möglichkeit sich neben seiner Tätigkeit als Zivildienstleistender oder Diakonischer Helfer an Hochschulen zu informieren und auch Probevorlesungen zu besuchen. Diese Möglichkeit ist natürlich auch während des Schulbesuchs möglich. Eine klare Antwort, ob ein Studium oder eine Ausbildung zu bevorzugen ist, kann grundsätzlich nicht gegeben werden. Diese Entscheidung hängt von zahlreichen Faktoren ab. So muss sich ein angehender Geisteswissenschaftler darüber im klaren sein, dass er sich während seines Studiums über lange Zeit mit "notwendiger" Theorie befassen und sich gut organisieren muss. Auch finanzielle Faktoren spielen aus verschiedenen Dimensionen betrachtet eine erhebliche Rolle. Für weiterführende Informationen und Hilfestellungen sind die Berufsberatungen der Arbeitsagenturen und die Studienberatungen der Hochschulen kompetente Ansprechpartner.
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