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Fair Work und Fair Company: Nützliche Informationen und Anlaufstellen
Montag, 18. August 2008 um 14:55 Uhr
ImageLeider gibt es immer wieder Probleme im Zusammenhang mit Praktika. Die Bandbreite reicht von unbezahlter Arbeit bis hin zu geringer Entlohnung, obwohl der Praktikant eine vollwertige Stelle besetzt. Auch werden z. T. Absolventen mit Versprechungen auf vollwertige Stellen gelockt, obwohl dieses im Grunde genommen nicht vorgesehen ist.

Angehenden Praktikanten sei die Initiative Fair Company empfohlen. Diese Initiative wurde von der Zeitschrift "Junge Karriere" etabliert und gibt Richtlinien für faire Praktika vor. Unternehmen die Praktikanten einstellen und sich an diese Richtlinien halten, können sich auf Antrag mit dem Gütesiegel "Fair Company" schmücken. Vor dem Beitritt muss klar sein, dass sich die Unternehmen an die fünf Regeln der Initiative Fair Company halten. Die Bezeichnung kann im Falle von Verstößen aberkannt werden.

Die fünf Regeln besagen unter anderem, dass Praktika keine Vollzeitstellen substituieren sollen und dass kein Absolvent, der sich auf eine feste Stelle beworben hat mit einem Praktikum vertröstet werden soll und auch keine Praktikanten mit der vagen Aussicht auf Vollzeitstellen gelockt werden sollen. Desweiteren umfassen die Fair Company-Regeln, dass das Unternehmen eine angemessene Aufwandsentschädigung zahlen soll und das Praktika in erster Linie der beruflichen Orientierung während des Studiums dienen müssen. Bisher unterstützen mehr als 1000 Unternehmen die Initiative Fair Company. Ziel der Unternehmen ist es natürlich auch, das eigene Profil in der Öffentlichkeit zu stärken und durch soziales Engagement und wie beschrieben faire Praktikumsverhältnisse zu brillieren. Angesichts von Bespitzelungsskandalen, die in den Medien kursieren, die aber auch nur wenige Unternehmen betreffen, scheint der Bedarf groß zu sein sich als Fair Company zu profilieren.

Den Praktikanten, die in einer Fair Company angestellt sind kann es jedoch recht sein. Die Regeln der Initiative müssen eingehalten werden und bieten den Praktikanten natürlich Vorteile, wie eine Vergütung, die bei vielen anderen Praktikumsverhältnissen nicht gewährt wird.

Neben der Initiative Fair Company gibt es noch den Verein "Fairwork e.V.", der im Sinne von Praktikanten arbeitet. Der Verein wurde von Hochschulabsolventen gegründet, um die Öffentlichkeit auf die schlechten Arbeitsverhältnisse dieser Gruppe aufmerksam zu machen. So prangert der Verein unter anderem Ausschreibungen von Unternehmen an, die Praktikanten suchen, die für mindestens sechs Monate oder sogar ein Jahr für das Unternehmen arbeiten und hochqualifiziert, in den meisten Fällen gar mit Hochschulabschluss, sein müssen. Fairwork prangert an, dass Vollzeitstellen zunehmend von Praktikanten bekleidet werden, die gering entlohnt werden und denen Rechte, wie Urlaubsanspruch, nicht zugestanden werden.

Auch der Verein Fairwork vergibt Prädikate an "faire" Unternehmen. Unternehmen, die Studenten Praktika bieten, können unter Beachtung der Kriterien ein grünes fairwork-Prädikat erhalten. Anbieter von Traineestellen können einen Antrag auf das gelbe Prädikat stellen.

Die Homepage des Vereins umfasst viele wichtige Informationen zu Praktikantenrechten und auch Erfahrungsberichte von Praktikanten. Ein Blick lohnt sich.

Weitere Informationen findet ihr unter: fairwork e.V.
 
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